„Ceremonial Grade“, „Premium Grade“, „Café Grade“, „Culinary Grade“: Diese Begriffe stehen auf fast jeder Matcha-Preisliste und dienen als grobe Orientierung. Es gibt jedoch keinen offiziellen Bewertungsstandard, der sie verbindlich definiert. Jeder Lieferant legt die Bedeutung seiner Bezeichnungen selbst fest. Zwei Produkte mit der Bezeichnung „Ceremonial“ können sich deshalb bei Ernte, Region, Kultivar, Mahlung und Preis deutlich unterscheiden.
Das ist kein Missstand. Die Bezeichnung ist lediglich ein Ausgangspunkt für das Gespräch und ersetzt keine Spezifikation.
01 · Bedeutung
Was die Bezeichnungen normalerweise aussagen
In der Praxis fassen die Bezeichnungen mehrere zugrunde liegende Merkmale grob zusammen:
- Ernte: erste Ernte (Ichibancha) für höhere, spätere Ernten für einfachere Qualitätsstufen
- Blattposition und -alter: jüngere Blätter höher, ältere Blätter niedriger
- Farbe und Geschmack: leuchtendes Grün, Süße und viel Umami im oberen Bereich; mattere Farbe und mehr Adstringenz im unteren Bereich
- Mahlen: feineres Steinmahlen höher, gröberes oder schnelleres Mahlen niedriger
- Herkunft: bekannte Regionen und genau abgegrenzte Herkünfte eher oben, breitere Mischungen eher unten
Da jeder Lieferant diese Merkmale anders gewichtet, kann „Ceremonial“ bei einem Anbieter unter „Premium Culinary“ bei einem anderen liegen. Wer nur die Bezeichnungen verschiedener Lieferanten vergleicht, vergleicht Etiketten statt Produkte.
02 · Das Problem
Warum es kommerziell wichtig ist
- Möglicherweise zahlen Sie einen Aufpreis für einen Namen und nicht für die Eigenschaften, die Ihr Produkt benötigt.
- Ihre eigene Produktaussage („Ceremonial Grade“) beruht auf der internen Definition eines Lieferanten.
- Bei einem Lieferantenwechsel oder einer Sortimentsänderung lässt sich die Bezeichnung möglicherweise nicht auf das neue Produkt übertragen.
03 · Angeben
Was stattdessen angegeben werden soll
Ersetzen Sie die Bezeichnung durch Merkmale, die der Lieferant bestätigen und Ihr Team oder ein Labor prüfen kann.
| Attribut | So spezifizieren Sie es |
|---|---|
| Ernte | erste Ernte (Ichibancha) des laufenden Jahres, oder nach Vereinbarung |
| Herkunft | Region(en) und ob eine Mischung zulässig ist |
| Kultivar | Benannte Kultivare oder „Mischung des Lieferanten“ |
| Farbe | Referenzmuster und, falls verfügbar, Kolorimeterwerte; siehe Angabe der Matcha-Farbe |
| Partikelgröße | Mittlere Partikelgröße oder Sieb und Mahlmethode; siehe Partikelgröße und Mahlung |
| Geschmacksprofil | Beschrieben im bestimmungsgemäßen Gebrauch, mit einbehaltenem Referenzmuster |
| Prüfung | Vereinbarter Prüfumfang je Charge |
| Haltbarkeit und Verpackung | Monate ab Mahlung, Verpackungsart |
04 · Verwendung zuerst
Beginnen Sie mit der Anwendung, nicht mit der Qualitätsstufe
Die nützlichste Frage lautet nicht „Welche Qualitätsstufe?“, sondern „Was muss der Matcha leisten?“ Ein Latte benötigt Farbe, die in Milch sichtbar bleibt, und geringe Adstringenz. Für eine Einzelhandelsdose zum Aufschlagen sind Süße, Aroma und feine Textur wichtiger. In Eis muss die Farbe in einer kalten, fetthaltigen Matrix bestehen. Unser Beitrag zu Matcha für Latte und Einzelhandelsdosen zeigt, warum ein Käufer dafür zwei getrennte Spezifikationen benötigt.
Senden Sie die Spezifikation und fragen Sie, welches ihrer Produkte diese erfüllt. Sie erhalten nützliche, vergleichbare Antworten und oft ein Produkt, das Sie in der Preisliste nicht ausgewählt hätten.
05 · Aussagen
Qualitätsbegriffe auf der eigenen Verpackung
Wenn Sie „Ceremonial Grade“ auf Ihr Produkt drucken, verwenden Sie eine von Ihnen definierte Aussage. Hinterlegen Sie dafür eine interne Definition, die mit Spezifikation und Lieferant verknüpft ist. So bleibt die Aussage auch bei wechselnden Chargen oder Lieferanten prüfbar. Klären Sie vor Ort, welche Anforderungen Ihr Zielmarkt an solche beschreibenden Aussagen stellt.
06 · Nächster Schritt
Vom Etikett zur Spezifikation
Wenn Sie Hilfe bei der Umsetzung einer Produktidee in eine Spezifikation und bei der Beschaffung passender Muster von Lieferanten in Japan benötigen, ist unser Qualitäts- und Dokumentationsservice genau das Richtige für Sie.
07 · FAQ
Häufig gestellte Fragen
Gibt es einen offiziellen Matcha-Bewertungsstandard?
Nein. Es gibt keinen staatlichen oder branchenweiten Bewertungsstandard, der Ceremonial, Premium oder Culinary Grade verbindlich definiert. Lieferanten legen ihre Bezeichnungen selbst fest. Vergleichen Sie daher Spezifikationen statt Namen.
Kann ich auf meiner Verpackung weiterhin „Ceremonial Grade“ verwenden?
Das kann möglich sein, sofern die Aussage in Ihrem Markt nicht irreführend ist und Sie ihre Bedeutung belegen können. Hinterlegen Sie eine interne Definition, die mit Spezifikation und Lieferant verknüpft ist, damit die Aussage bei Chargenwechseln belastbar bleibt.
Was sollte ich anstelle einer Qualitätsstufe anfordern?
Ernte und Jahr, Herkunft und Mischungsregeln, Kultivar oder Mischung, Farbreferenz, Partikelgröße und Mahlmethode, Geschmacksbeschreibung mit Rückstellmuster, Prüfumfang je Charge sowie Verpackung und Haltbarkeit.
Unterstützung in Japan
Möchten Sie eine Spezifikation, die Ihre Lieferanten tatsächlich erfüllen können?
Nennen Sie uns Ihr Produkt und den Verwendungszweck. Wir erstellen daraus eine Spezifikation, senden sie an Lieferanten in Japan und koordinieren passende, klar dokumentierte Muster.
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